Mass Customization statt Massenprodukt: Formlabs macht’s vor mit 700 individuellen Kugelschreibern.

Auch alltägliche Objekte lassen sich individuell auf ihre Benutzer zuschneiden. Das Phänomen heißt „Mass Customization“ (vgl. These 7). Unser 3D-Netzwerkpartner Formlabs zeigt, wie dies mit SLA-3D-Druckern funktionieren kann.

Zur diesjährigen Digital Factory im MIT Media Lab, einer Konferenz für die digitale Fertigung, wollte unser 3D-Netzwerkpartner Formlabs seine vielen hundert Gäste mit einem besonderen Give-Away überraschen. Man entschied sich, eine in Massenproduktion hergestellte Desing-Ikone zu remixen. Wir allen kennen den meistverkauften Kugelschreiber der Welt, den Bic Cristal Pen, der übrigens seinen Platz in der permanenten Sammlung des Museum of Modern Art in New York gefunden hat. Das Design des Stiftes ist zwar hochgradig zweckdienlich, aber nicht auf die Vielfalt der Griffmöglichkeiten von Schreibgeräten ausgelegt.

Foto links: Carlos Delgado, über Wikimedia Commons. Fot0s oben, rechts, unten: Formlabs

Die digitale Fabrik der Zukunft verspricht Massenanpassungen ohne Mehrkosten. Der 3D-Druck hat den Vorzug, dass die Herstellung von Produktvarianten keine Mehrkosten erzeugt. Somit generierte Formlabs einige hundert Gestaltungsvarianten des Stiftes, damit jeder Teilnehmer mit seinem einzigartigen Stift im Gepäck die Konferenz verlassen konnte.

Der straffe Zeitplan für die Stiftproduktion erstreckte sich über eine Woche :

  • Planung und Test: 3 Tage, 1 Person
  • Druck: 1.5 Tage, 1 Person, 7 Drucker
  • Fertigstellung und Montage: 2 Tage, 2 Personen
  • Gesamtmenge: 700 Stifte, 700 Kappen

Die Produktion dieser Stifte sollte nahtlos in ein 3D-Druck-Produktionssystem von der Dateierstellung bis zur Verpackung  integriert werden. Formlabs konnte dafür auf eigene Erfahrung zurückgreifen.  Als ein Unternehmen, das bis zu 600 Anfragen nach 3D-Druckmustern pro Woche entgegennimmt, verfügte man bereits über eine Produktionsanlage zur Fertigung großer Stückzahlen.

Mehr Details zur Fertigung der Stifte hier direkt bei Formlabs

Automatisierung der Produktion mit der Form Cell

Bei der Aufteilung der Kosten pro Baueil in der Produktion gibt es drei Hauptkomponenten: Ausrüstung, Material und Arbeit. In der Digitalen Fabrik zeigte Formlabs die Form Cell, eine skalierbare 3D-Druckerreihe, die sich wiederholende 3D-Druckprozesse automatisiert. Form Cell reduziert die Arbeitskosten und senkt drastisch die Kosten pro Bauteil. Mit ausgesuchten Industriepartnern zusammen will Formlabs das 3D-Drucken für die Produktion nutzbar machen. Das 3D-Netzwerk übernimmt für am Form Cell Projekt interessierte Unternehmen aus unserem Netzwerk gerne eine koordinierende Funktion. Melden Sie sich in diesem Fall bitte unter w.koch@3dnetzwerk.com.